Six-Step-Reframing im NLP: Veränderung in 6 Schritten lernen
Das Six-Step-Reframing ist eine bewährte NLP-Methode aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP). Mit ihrer Hilfe lassen sich innere Anteile erkennen und positiv verändern. In sechs klar strukturierten Schritten wird das Verhalten von seiner zugrunde liegenden Absicht getrennt. Das Ziel besteht darin, unbewusste Muster zu verstehen, neue Wahlmöglichkeiten zu entwickeln und diese nachhaltig im Alltag zu integrieren. Diese Technik ist besonders hilfreich bei wiederkehrenden Gewohnheiten, Selbstsabotage oder inneren Konflikten. Durch die Arbeit mit der positiven Absicht jedes Verhaltens entsteht Veränderung auf einer tiefen, respektvollen Ebene – eine wertvolle Grundlage für persönliches Wachstum und erfolgreiches Coaching.
Was ist Six-Step-Reframing?
Das Six-Step-Reframing, manchmal auch als „Six-Step Reframe“ bezeichnet, ist eine zentrale Interventionstechnik im NLP. Sie wurde von John Grinder und Richard Bandler entwickelt und basiert auf der Annahme, dass jedes Verhalten – auch das scheinbar störende – eine positive Absicht verfolgt. Es geht also nicht darum, das Verhalten an sich zu verurteilen, sondern zu verstehen, wofür es ursprünglich nützlich war. Diese Unterscheidung zwischen Verhalten und Absicht ist das Herzstück der Methode.
Das Ziel besteht darin, die Absicht zu bewahren, jedoch neue, angemessenere Verhaltensweisen zu finden, die denselben Zweck besser erfüllen. Dabei arbeitet der Coach mit dem sogenannten „Teilemodell“: Jeder Mensch besteht aus verschiedenen inneren Anteilen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen, beispielsweise Schutz, Sicherheit, Kontrolle oder Freude. Das Six Step Reframing hilft dabei, diese Anteile ins Gespräch zu bringen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.
Der Name leitet sich von den sechs Schritten des Prozesses ab, die nacheinander systematisch durchlaufen werden. Diese reichen von der Identifikation eines unerwünschten Verhaltens über das Erkennen der positiven Absicht bis hin zur Integration neuer Handlungsalternativen. In der NLP-Praxis gilt diese Technik als Klassiker, da sie einfach strukturiert ist, aber tiefgreifend wirkt.
Was braucht man, um Six Step Reframing anzuwenden?
Um das Six Step Reframing wirkungsvoll einzusetzen, braucht es vor allem eine offene, wertschätzende Grundhaltung. Wer mit inneren Anteilen arbeitet, sollte bereit sein, auch scheinbar störende Verhaltensweisen als nützlich zu betrachten – zumindest in ihrer ursprünglichen Intention. Außerdem ist es wichtig, dass der Coach bzw. die Person, die das Verfahren anwendet, eine ruhige, vertrauensvolle Atmosphäre schafft. Das Unbewusste öffnet sich nur, wenn sich die Person sicher fühlt.
Da das Six Step Reframing ein anspruchsvolles Veränderungsformat ist, empfiehlt sich eine fundierte NLP-Ausbildung, zum Beispiel auf Practitioner- oder Masterniveau. In einer solchen Ausbildung lernt man nicht nur die Technik, sondern auch die dahinterstehende Haltung: Respekt vor dem inneren System, präzise Fragetechniken und die Fähigkeit, unbewusste Prozesse sicher zu begleiten. Raphael Bremer bietet solche Ausbildungen an und vermittelt praxisnah, wie das Six Step Reframing im Coaching-Kontext eingesetzt wird.
Die Methode eignet sich für Menschen, die mit wiederkehrenden Mustern zu kämpfen haben, beispielsweise mit Aufschieberitis, Ängsten, Selbstzweifeln oder inneren Konflikten. Auch Coaches, Trainer und Therapeuten nutzen sie, um Klienten dabei zu helfen, unbewusste Blockaden zu lösen und mehr innere Freiheit zu erlangen.
Wie läuft ein Six-Step-Reframing-Prozess im NLP ab?
Der Six-Step-Reframing-Prozess folgt – wie der Name schon sagt – sechs klaren Schritten, die logisch aufeinander aufbauen und gleichzeitig sehr individuell erlebt werden können. Das macht die Methode so wirksam, weil sie Struktur mit innerer Freiheit verbindet.
Schritt 1: Das unerwünschte Verhalten identifizieren
Am Anfang steht immer die bewusste Wahrnehmung eines Verhaltens, das man verändern möchte. Das kann etwas sein, das dich stört oder dich immer wieder in alte Muster bringt, wie beispielsweise Prokrastination, zu viel Süßes essen, sich zu sehr anpassen oder zu schnell wütend werden. Entscheidend ist, das Verhalten konkret zu benennen, ohne es zu bewerten.
Schritt 2: Kontakt zum verantwortlichen Teil herstellen
Nun gilt es, mit dem inneren Anteil in Kontakt zu treten, der dieses Verhalten steuert. In der NLP-Sprache spricht man hier vom „Teil“. Der Coach oder Klient bittet das Unbewusste, ein Signal zu geben, zum Beispiel ein Kribbeln, ein Druckgefühl oder eine Bewegung. Dieses Körpersignal zeigt an, dass der Teil wahrgenommen wurde. Er wird respektvoll willkommen geheißen – nicht als Gegner, sondern als innerer Helfer mit einer Aufgabe.
Schritt 3: Die positive Absicht erkennen
In diesem Schritt wird gefragt: „Wofür machst du das?” oder „Was willst du Gutes bewirken?”
Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht, auch wenn das Verhalten selbst hinderlich wirkt. Vielleicht will der Teil Schutz bieten, Stress abbauen oder Nähe schaffen. Sobald diese Absicht erkannt und gewürdigt wird, entsteht eine völlig neue Dynamik: Der innere Widerstand weicht Verständnis.
Schritt 4: Neue Wahlmöglichkeiten entwickeln
Jetzt wird die Kreativität des Unbewussten eingeladen. Der „kreative Teil“ wird darum gebeten, mindestens drei neue Verhaltensweisen zu entwickeln, die dieselbe positive Absicht erfüllen, jedoch auf konstruktivere Art. Das können kleine, einfache Handlungen sein, zum Beispiel: statt zu naschen bewusst entspannen, statt zu meckern klar kommunizieren oder statt sich zurückzuziehen eine kurze Pause nehmen. Es werden drei Alternativen entwickelt, da echte Wahlfreiheit erst mit mehreren Optionen entsteht.
Schritt 5: Ökologie-Check – innere Zustimmung einholen
Bevor die Veränderung umgesetzt wird, prüft man, ob alle inneren Anteile einverstanden sind. Vielleicht gibt es einen Anteil, der Angst vor Veränderung hat oder an alten Gewohnheiten festhält. In diesem Ökologie-Check wird liebevoll nachgefragt, ob jemand im Inneren Einwände hat. Falls ja, wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, bis alle inneren Stimmen zustimmen können. Nur so entsteht eine nachhaltige Veränderung.
Schritt 6: Integration und Zukunftsorientierung (Future Pacing)
Zum Abschluss wird das neue Verhalten innerlich verankert. Der Coachee stellt sich lebhaft vor, wie er in künftigen Situationen automatisch und gelassen nach den neuen Optionen handelt. Dieses mentale „Durchspielen“ ist entscheidend, damit das Gehirn die Veränderung speichert. Anschließend wird dem ursprünglichen Teil gedankt – für seine gute Absicht und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
Ein Beispiel verdeutlicht den Ablauf:
Eine Klientin bemerkt, dass sie in stressigen Momenten oft laut wird. Im Coaching erkennt sie, dass der Teil in ihr, der laut wird, eigentlich Kontrolle und Sicherheit will. Gemeinsam mit dem Coach entwickelt sie neue Wege, um diese Sicherheit zu erleben, beispielsweise durch Atemtechniken, kurze Pausen und innere Selbstbestätigung. Nach dem Ökologie-Check und der gedanklichen Einübung bemerkt sie im Alltag, dass der Impuls, laut zu werden, schwächer geworden ist. Stattdessen reagiert sie ruhiger und fühlt sich gleichzeitig sicherer – genau das, was ihr innerer Teil ursprünglich wollte.
Anwendung in der Praxis: Wo und wie wird das Six-Step-Reframing genutzt?
Das Six Step Reframing ist in vielen Kontexten einsetzbar. Im Coaching wird es genutzt, um unbewusste Selbstsabotage, alte Muster oder blockierende Verhaltensweisen zu verändern. Führungskräfte profitieren davon, wenn sie beispielsweise Schwierigkeiten haben, Grenzen zu setzen oder Entscheidungen zu treffen. Im Business-Kontext unterstützt die Methode Veränderungsprozesse, Teamarbeit und persönliche Entwicklung.
Auch im Gesundheits- und Therapiebereich findet das Verfahren Anwendung, etwa bei stressbedingten Symptomen oder psychosomatischen Beschwerden. Hier ist jedoch eine therapeutische Qualifikation erforderlich, da tiefliegende Themen berührt werden können. Im Alltag kann man die Grundidee des Six Step Reframings sogar selbst nutzen. Sobald man bemerkt, dass ein Verhalten nicht hilfreich ist, kann man sich die folgenden Fragen stellen: „Wofür will dieser Teil eigentlich sorgen?” und „Wie könnte ich dieses Ziel anders erreichen?”
Warum scheitern Menschen beim Six-Step-Reframing?
In der Praxis gibt es einige typische Stolperfallen. Häufig beginnen Menschen mit dem Reframing, ohne zuvor eine stabile Beziehung zu sich selbst oder dem inneren Teil aufgebaut zu haben. Ohne Vertrauen kann sich der Teil nicht zeigen, sodass die Kommunikation an der Oberfläche bleibt. Ein weiterer Fehler ist es, die positive Absicht zu übergehen. Wird diese nicht anerkannt, bleibt der Teil in seiner Abwehrhaltung. Auch zu oberflächlich gewählte Alternativen führen selten zu nachhaltigen Ergebnissen, ebenso wie das Fehlen eines Ökologie-Checks. Werden andere Anteile – etwa Werte oder Gewohnheiten – nicht einbezogen, entstehen neue innere Konflikte.
Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es hilfreich, die Sitzung ruhig und konzentriert zu gestalten, klare Signale für die Kommunikation mit den Anteilen zu setzen und wirklich neugierig zu bleiben. Es sollten immer drei oder mehr Alternativen erarbeitet werden, um echte Wahlfreiheit zu schaffen. Besonders wichtig ist es, das neue Verhalten gedanklich zu verankern und es dann im Alltag bewusst zu üben – erst dann wird aus einer Methode eine Veränderung.
Wo wird Six Step Reframing konkret eingesetzt?
Die Technik wird weltweit in NLP-Ausbildungen gelehrt, sowohl in klassischen Practitioner-Programmen als auch in fortgeschrittenen Master-Kursen. Coaches, Trainer und Berater wenden sie in individuellen Sitzungen oder Gruppencoachings an. Auch im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, im Managementtraining oder in der psychosomatischen Arbeit kommt das Reframing zum Einsatz. Typische Zielgruppen sind Menschen, die ihr Verhalten bewusster gestalten wollen, darunter Unternehmer:innen, Pädagog:innen und Privatpersonen. Obwohl die Methode seit den 1970er-Jahren existiert, gilt sie nach wie vor als wirkungsvolles Werkzeug für nachhaltige Veränderung.
Checkliste für den erfolgreichen Einsatz in der Praxis
Damit das Six-Step-Reframing gelingt, sollten einige Punkte beachtet werden. Zunächst ist eine klare Definition des Themas erforderlich: Welches Verhalten soll verändert werden? Anschließend ist eine vertrauensvolle Verbindung zum Coachee oder zu den eigenen inneren Anteilen entscheidend. Die positive Absicht sollte stets anerkannt werden, ohne zu werten oder Widerstand zu leisten. Erst dann werden kreative Alternativen entwickelt, die dieselbe Funktion erfüllen. Danach folgt der Ökologie-Check, um sicherzustellen, dass alle inneren Systeme im Einklang stehen. Abschließend sollte das neue Verhalten visualisiert und aktiv geübt werden. Zu vermeiden sind vorschnelle Lösungen, unreflektierte Alternativen oder eine fehlende Integration in den Alltag.
Warum lohnt es sich, Six Step Reframing zu lernen oder anzuwenden?
Das Erlernen dieser Methode eröffnet einen tiefen Zugang zum eigenen Denken und Fühlen. Wer sie beherrscht, versteht besser, warum bestimmte Muster bestehen bleiben – und wie man sie gezielt verändern kann. Auf persönlicher Ebene fördert Six Step Reframing Selbstakzeptanz, emotionale Ausgeglichenheit und die Fähigkeit, innere Konflikte zu lösen. Beruflich profitieren Coaches, Trainer:innen und Führungskräfte, da sie ein wirksames Werkzeug an der Hand haben, um Veränderung nachhaltig zu begleiten.
Langfristig entsteht durch die Methode eine neue Form von innerer Freiheit, nämlich das Gefühl, selbst zu bestimmen, wie man auf Situationen reagiert. Wer das Six Step Reframing erlernt, investiert somit nicht nur in eine Technik, sondern auch in die Fähigkeit, sich selbst und andere besser zu verstehen.
Six-Step-Reframing: Der strukturierte Weg zur inneren Veränderung
Beim Six-Step-Reframing wird mit inneren Persönlichkeitsanteilen gearbeitet, um mithilfe der Teilearbeit unbewusste Prozesse besser zu verstehen. Das Teilemodell im NLP betrachtet jedes Verhalten als einen Teil, der trotz mitunter problematisch wirkender Folgen eine positive Absicht verfolgt. Genau deshalb ist es wichtig, Absicht und Verhalten zu trennen und klar zu erkennen, welche positive Funktion auszuüben versucht wird. Das ursprüngliche Verhalten, das eine positive Absicht hat, wird oft außerhalb unserer bewussten Kontrolle gesteuert, sodass erst durch Kontakt mit dem Teil deutlicher wird, welches Verhaltensmuster das Verhalten auslöst und welcher symptomproduzierende Teil zugeordnet ist.
Im sechsschrittigen Verfahren bewegt man sich zwischen Wachheit und Trance, um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen und die positive Absicht herausarbeiten zu können. Dabei hilft es, die innere Dynamik zu visualisieren, ein Ja-Signal abzuwarten und schrittweise zu erkennen, welches Muster verantwortlich ist. Wenn du den Prozess startest, identifiziere das Muster, etablieren die Kommunikation, frage den Teil und kläre, was internal passiert, bevor das System eine Alternative auswählt. Erst dann lässt sich eine echte Verhaltensänderung oder die Erzielung von Verhaltensänderungen unter Berücksichtigung der inneren Struktur erreichen. Besonders wertvoll ist der Moment, in dem du das Verhalten und seine Funktion trennst, um neue Wahlmöglichkeiten herbeizuführen und weitere neue Wahlmöglichkeiten auszulösen.
Gerade beim kreativen Teil wird deutlich, wie stark unser Inneres arbeitet, um uns zu schützen oder zu unterstützen. So wird die gesamte Erfahrung genutzt, um über Trance und klare Kommunikation innere Ressourcen zu aktivieren. Das Six-Step-Reframing gilt deshalb als eines der berühmtesten NLP-Interventionsmodelle, das in jeder guten NLP-Bibliothek zu finden ist und fester Bestandteil vieler NLP-Practitioner-Inhalte ist. Wenn du diesen Prozess respektvoll durchführst, entsteht innere Struktur, du lässt Klarheit entstehen und verstehst, wie ein Teil direkt auf einem Verhalten auf unbewusster Ebene eine Funktion ausübt – und wie du langfristig eine Verhaltensänderung anstoßen kannst.
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