VAKOG verstehen: Der Schlüssel zu klarer Kommunikation
VAKOG ist ein zentrales Modell im Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP), das die Verarbeitung der inneren und äußeren Wirklichkeit über die fünf Sinneskanäle Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken beschreibt. Wer dieses NLP-Modell versteht und bewusst nutzt, kann seine Kommunikation verbessern, besser mit anderen in Resonanz treten und innere Zustände gezielt verändern. In diesem Ratgeber lernst du nicht nur die Theorie kennen, sondern erfährst auch, wie du VAKOG im Coaching, im Alltag und im Beruf praktisch anwenden kannst.
Was ist VAKOG?
VAKOG steht für die fünf Sinnesmodalitäten des Menschen: Visuell (Sehen), Auditiv (Hören), Kinästhetisch (Fühlen), Olfaktorisch (Riechen) und Gustatorisch (Schmecken). Diese Repräsentationssysteme sind ein Kernbestandteil vieler NLP-Konzepte und beschreiben, auf welche Weise wir Informationen aufnehmen, innerlich repräsentieren und verarbeiten. Wenn wir ein Ereignis erleben, nehmen wir es über unsere Sinnesorgane wahr und unser Gehirn erstellt daraus eine innere „Landkarte“ dieser Erfahrung. Nicht jeder Mensch nutzt dabei alle Kanäle gleich stark, sondern hat oft eine oder mehrere bevorzugte Sinnesmodalitäten.
Die Idee hinter VAKOG ist, dass diese inneren Repräsentationen – also Bilder, Geräusche, Gefühle oder sogar Gerüche und Geschmäcker – maßgeblich beeinflussen, wie wir uns fühlen und wie wir auf bestimmte Situationen reagieren. Im NLP ist außerdem der Begriff „Submodalitäten” wichtig. Damit sind die feinen Qualitätsunterschiede innerhalb eines Sinneskanals gemeint, zum Beispiel die Helligkeit eines inneren Bildes, die Lautstärke einer inneren Stimme oder die Temperatur eines Gefühls.
Bekannte Persönlichkeiten aus dem NLP-Umfeld wie Richard Bandler und John Grinder haben das Konzept der Repräsentationssysteme entscheidend geprägt. Ihre Arbeit zeigt, dass wir durch das gezielte Erforschen und Anpassen dieser inneren Sinneskanäle unsere Wahrnehmung, unser emotionales Erleben und unsere Kommunikation verändern können. Im Coaching und in der Hypnose wird VAKOG häufig verwendet, um Strategien zu verstehen, innere Prozesse sichtbar zu machen und tiefgreifende Veränderungen anzustoßen.
Was braucht man, um VAKOG anzuwenden?
Um VAKOG effektiv einsetzen zu können, ist es vor allem wichtig, ein Bewusstsein für die eigene Wahrnehmungsstruktur und die des Gegenübers zu entwickeln. Essenziell ist auch die Beobachtungsfähigkeit: Welche Worte verwendet jemand? „Ich sehe …“, „Das fühlt sich an …“, „Es klingt so …“ – solche Prädikate verraten, über welchen Sinneskanal jemand primär denkt. Ebenso hilfreich ist die Sensibilität für nonverbale Signale wie Augenbewegungen, Atmung oder Körperhaltung, denn sie liefern oft Hinweise darauf, welches Repräsentationssystem gerade aktiv ist.
Eine fundierte NLP-Ausbildung, beispielsweise ein Practitioner- oder Coaching-Kurs, ist sehr sinnvoll, um VAKOG strukturierter und sicherer anzuwenden. In solchen Kursen lernst du nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch, wie du Submodalitäten elicitierst (herausfindest), veränderst und verankerst. Dabei entwickelst du auch die Fähigkeit, in echten Coaching-Situationen schnell und präzise zu kalibrieren, also die inneren Repräsentationssysteme von Klient:innen wahrzunehmen.
VAKOG eignet sich für eine sehr breite Zielgruppe: Für NLP-Einsteiger ist es ein grundlegendes Werkzeug, um das eigene Denken besser zu verstehen. Für Coaches, Trainer oder Therapeuten ist es ein strategisches Mittel. Damit können sie tiefere Einsichten und wirksame Interventionen gestalten. Und letztlich profitieren auch Menschen, die sich persönlich weiterentwickeln möchten. Wer seine innere Wahrnehmungsstruktur kennt, kann bewusst Einfluss auf seine mentalen und emotionalen Zustände nehmen.
Wie läuft ein VAKOG-Prozess ab?
Der typische Ablauf beginnt damit, dass du zunächst beobachtest und kalibrierst. Wenn du mit jemandem sprichst, achtest du auf seine Wortwahl, seine Augenbewegungen und seine Körperhaltung. So kannst du herausfinden, welches Wahrnehmungssystem gerade dominiert. Im nächsten Schritt stellst du gezielte Fragen wie „Was siehst du in deinem Kopf, wenn du daran denkst?“, „Welche Stimmen hörst du innerlich?“ oder „Wie fühlt es sich körperlich an?“. Wenn olfaktorische oder gustatorische Empfindungen relevant sind, kannst du weiterfragen: „Gibt es einen Geruch, den du mit dieser Erinnerung verbindest?” oder „Hast du einen Geschmack im Mund, wenn du daran denkst?”
Sobald du den dominanten Kanal identifiziert hast, arbeitest du mit den Submodalitäten. Du lotest aus, wie hell oder dunkel das Bild ist, wie laut die innere Stimme ist, wie stark das Gefühl ist und wie warm oder kühl die Empfindung ist. Dieser Teil ist besonders kraftvoll, denn durch das gezielte Verändern von Submodalitäten kannst du die innere Repräsentation so umgestalten, dass sie weniger belastend oder ressourcenreicher ist.
Anschließend leitest du Interventionen ein, zum Beispiel das Herabsetzen der Lautstärke innerer Stimmen, das Abdunkeln innerer Bilder oder das Verankern eines neuen, wohltuenden Körpergefühls. Zuletzt hilfst du der Person, das neu gestaltete innere Erleben in den Alltag zu integrieren. Lösungen, Visualisierungen oder Verhaltensstrategien werden so verankert, dass sie auch außerhalb der Coaching-Sitzung wirksam bleiben.
Ein konkretes Beispiel: Nehmen wir eine Klientin, die vor Präsentationen sehr nervös ist und sagt: „Wenn ich mich vor dem Publikum sehe, schlägt mein Herz wie wild.“ Du erkennst, dass ihr visuelles und kinästhetisches System stark aktiviert ist. Du lotest ihre Submodalitäten aus. Die inneren Bilder sind sehr hell und die körperliche Empfindung fühlt sich drückend und heiß an.
Dann arbeitest du mit ihr daran, das Bild abzudunkeln und die Herzempfindung kühler und ruhiger zu machen, beispielsweise durch die Visualisierung eines ruhigen, gleichmäßigen Herzschlags. Nachdem ihr dieser neue innere Zustand vertraut geworden ist, übertragt ihr die Strategie gemeinsam auf ihre realen Präsentationen. Sie stellt sich vor, dass ihr Herz ruhig schlägt, die Bilder stabil sind und sie die Situation beherrscht.
Anwendung in der Praxis
VAKOG findet in vielen praktischen Kontexten Anwendung. Im Coaching ist es ein universelles Werkzeug: Coaches nutzen es, um auf die inneren Repräsentationssysteme ihrer Klient:innen einzugehen, Rapport aufzubauen und maßgeschneiderte Interventionen zu gestalten. Im Bereich der Therapie oder Hypnose wird VAKOG genutzt, um sehr emotionale oder belastende Erfahrungen neu zu repräsentieren. Beispielsweise können traumatische Erinnerungen, die über Geruch oder Geschmack stark verankert sind, so umgeformt werden, dass sie weniger belastend wirken. (Hypnose Berlin – Isabella Buschinger)
In Business-Kontexten ist VAKOG besonders hilfreich für eine effektive Kommunikation: Wenn du weißt, dass dein Gegenüber visuell denkt, kannst du Präsentationen mit vielen Bildern verwenden, während du bei auditiv geprägten Personen eher auf Worte, Diskussionen oder Klang setzt. Auch im Verkauf kann das bewusste Spiegeln der Sinnesmodalität des Kunden die Bindung stärken und Überzeugungskraft erzeugen. Im Alltag wiederum unterstützt VAKOG die persönliche Entwicklung: Du kannst etwa deine Stressreaktionen regulieren, indem du bewusst einen dominanten Kanal nutzt, den du positiv gestalten kannst. Du kannst beispielsweise deine Ziele klarer visualisieren, belastende Emotionen körperlich spüren und sie durch Submodalitäten wandeln oder kinästhetische Empfindungen nutzen, um dich zu beruhigen.
Auch im Lern- und Bildungsbereich spielt VAKOG eine Rolle: Lehrende können ihre Methoden so gestalten, dass sie zu den bevorzugten Wahrnehmungskanälen der Lernenden passen. Im Mentaltraining von Sportlern wird VAKOG eingesetzt, um innere Bilder zu optimieren und körperliche Empfindungen gezielt zu aktivieren. Das kann die Leistung steigern und mentale Blockaden lösen.
Warum scheitern Menschen bei der VAKOG-Methode?
Viele Menschen hegen große Hoffnungen, wenn sie mit VAKOG arbeiten, doch sie stolpern über typische Hürden. Ein klassischer Fehler ist die zu oberflächliche Beobachtung: Manche verlassen sich ausschließlich auf Sprachmuster („Ich sehe …“, „Das fühlt sich …“) und ignorieren nonverbale Hinweise wie Augenbewegungen oder Körpersprache. Dadurch verpassen sie wichtige Informationen über die tatsächlichen inneren Repräsentationssysteme. Ein anderes häufiges Problem ist die falsche Kalibrierung: Augenzugangshinweise sind nicht bei allen Menschen gleich. Zum Beispiel können Linkshänder ein anderes Muster zeigen. Wer das nicht berücksichtigt, interpretiert falsch.
Oft wird außerdem nur auf die drei Hauptkanäle (visuell, auditiv, kinästhetisch) geschaut, während olfaktorische und gustatorische Modalitäten vernachlässigt werden, obwohl sie bei manchen Themen sehr bedeutsam sind. Zudem vergessen viele, die Submodalitäten systematisch zu erforschen. Anstatt die Lautstärke, Farbe, Helligkeit oder Temperatur innerer Erfahrungen zu nutzen, bleiben sie nur auf der groben Ebene. Schließlich scheitert der Prozess, wenn keine Integration in den Alltag stattfindet. Veränderungen werden nur im Coaching erzeugt, aber selten in echte Lebenssituationen übertragen, sodass der Effekt verpufft.
Damit VAKOG erfolgreich wirkt, ist es wichtig, regelmäßig zu üben. Übe mit Trainingspartnern, reflektiere deine eigenen inneren Erlebnisse, dokumentiere, welche Interventionen bei dir oder deinen Klienten wirken, und passe deine Techniken kontinuierlich an. Nutze auch Tools wie Pacing & Leading: Wenn du die Sinnesmodalität deines Gesprächspartners spiegelst und ihn dann langsam in eine gewünschte Richtung führst, entsteht Verbindung und Veränderung.
Wo wird VAKOG konkret eingesetzt?
VAKOG wird in vielen Branchen und Kontexten verwendet. Besonders verbreitet ist es im Coaching und NLP-Training. In Practitioner-Ausbildungen ist die Arbeit mit Repräsentationssystemen ein zentraler Bestandteil, da sie das Verständnis für innere Prozesse vertieft. In der Hypnose und Therapie dient VAKOG dazu, emotionale Muster aufzuspüren und neu zu gestalten, indem belastende Erinnerungen über die Sinne neu repräsentiert werden.
Auch in der Pädagogik und Lehre wird VAKOG genutzt. Lehrende können ihre Unterrichtsmethoden so ausrichten, dass sie den bevorzugten Modalitäten der Schüler entsprechen. (ruja.ujaen.es) In der Wirtschaft hilft VAKOG, Kommunikation effektiver zu machen – vor allem im Verkauf, in der Führung und in Teamprozessen. Wenn du spürst, dass jemand visuell orientiert ist, kannst du deine Sprache, Präsentationen und Argumente entsprechend anpassen. Im Mental- und Leistungstraining, etwa bei Sportlern, unterstützt VAKOG die Visualisierung von Erfolg, das bewusste Erleben von Körpersignalen und das Verankern von Ressourcen.
Ein spannender Trend ist zudem die Erweiterung des klassischen VAKOG-Modells um somatische Aspekte. Einige Coaches arbeiten mit einem „VAKOG+“-Ansatz, bei dem zusätzlich der Gleichgewichtssinn oder andere körperliche Empfindungen einbezogen werden, um die somatische Intelligenz zu fördern.
Checkliste für den erfolgreichen Einsatz
- Eigene bevorzugte Modalitäten bewusst machen
- Gesprächspartner über Sprache, Augen und Körper kalibrieren
- Gezielt Fragen zu Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken stellen.
- Submodalitäten ausloten: Helligkeit, Lautstärke, Temperatur etc.
- Veränderung der Submodalitäten strategisch einsetzen
- Die neue innere Repräsentation im Alltag integrieren.
- Wirkung regelmäßig reflektieren und anpassen
- Mit einem Trainingspartner üben.
- Pacing & Leading verwenden, um eine Verbindung aufzubauen.
- Dokumentation führen: Was wirkt, was weniger?
Warum lohnt es sich, VAKOG zu lernen oder anzuwenden?
Es lohnt sich auf mehreren Ebenen.
- Erstens verbessert VAKOG deine Kommunikation: Wenn du die bevorzugten Sinneskanäle deines Gegenübers erkennst, kannst du deine Sprache und deinen Stil anpassen und so eine echte Verbindung herstellen.
- Zweitens ist VAKOG ein starkes Werkzeug für Coaches, Trainer und Therapeuten, da es erlaubt, tieferliegende innere Prozesse zu erkunden, Muster sichtbar zu machen und gezielt zu verändern.
- Drittens dient VAKOG der Selbstführung. Du kannst deine mentalen und emotionalen Zustände bewusst steuern, Stress reduzieren, Ressourcen aktivieren und hinderliche Glaubenssätze neu gestalten.
- Viertens erzeugt die Arbeit mit Submodalitäten nachhaltige Veränderung, da nicht nur der Gedanke, sondern das gesamte innere Erleben neu strukturiert wird, was den Wandel tief verankert.
Und letztlich ist VAKOG eine Investition in deine Entwicklungsfähigkeit. Mit der Zeit kannst du immer flexibler mit deinen inneren Repräsentationen umgehen und neue Ebenen von Bewusstheit und Wirkung erschließen.
Sinneskanäle verstehen: Die Basis wirksamer Kommunikation
Das VAKOG-Modell beschreibt, wie wir äußere Reize über unsere fünf Sinne aufnehmen, im Gehirn weiterleiten und schließlich unsere persönliche, sinnesspezifische Welt formen. Es erklärt, über welche Wahrnehmungskanäle Menschen Informationen aufnehmen und verarbeiten und welchen bevorzugten Sinneskanal jemand verwendet. Werden diese verschiedenen Sinneskanäle bewusst angesprochen, lässt sich Kommunikation gezielt gestalten – ganz gleich, ob sich etwas gut anfühlt, gut anhört oder ob dabei vor allem visuelle Impulse entstehen, sodass im Kopf Bilder entstehen.
Selbst eine einfache Schallwelle kann je nach Typ innerhalb der drei Typen VAK unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Der kinästhetische Typ nimmt Impulse körperlich wahr, während der auditive Typ stärker auf Empfindungen reagiert und wiederum andere Menschen ihre Vorlieben für bestimmte Ausdrücke über Sprache zeigen. Diese Ausdrücke, ergänzt durch typische Signalwörter, geben Hinweise auf die bevorzugten Repräsentationskanäle und unterstützen dabei, die eigene Wahrnehmung zu verbessern und die Welt sinnlich und mit allen fünf Sinnen zu erleben.
Im Modell VAKOG geht es darum, die Welt bewusst mit fünf Sinnen wahrzunehmen, über den Geschmackssinn Nuancen zu erkennen, Augenbewegungsmuster zu beobachten und Reize klarer wahrzunehmen und zu verarbeiten – kurz: das eigene sinnliche Bewusstsein zu schärfen und die Bedeutung von VAKOG nachvollziehbar zu machen.
Wenn du VAKOG nicht nur theoretisch verstehen, sondern auch praktisch in dein Leben oder dein Coaching integrieren möchtest, dann lade ich dich herzlich ein: Buche jetzt mein NLP-Coaching-Programm. Lass uns gemeinsam deine innere Wahrnehmungswelt entdecken und maßgeschneiderte Strategien entwickeln, die dich klarer, kraftvoller und verbundener machen!


